13.02.2015

Palau - Tauchen II

In der Nacht und in der Früh regnet es. Schon beim Frühstück merken wir, dass es sehr schwül ist. Um 08:00 ist wieder unser Shuttle da und es geht zur Tauchbasis. Heute herrscht ein wenig Chaos, weil viele Leute nicht mit den Booten fahren wollen, zu denen sie zugeteilt wurden. Dementsprechend lange dauert das Einchecken, weil jedes Mal, wenn jemand ein Boot wechselt die Listen neu gedruckt, das Essen umgepackt und auch die Druckluftflaschen getauscht werden müssen.
Wir bereiten inzwischen unsere Ausrüstung vor, was an diesem Morgen eine absolut schweißtreibende Übung ist. Ein Deutscher springt zur Abkühlung gleich im Hafen ins Wasser, weil er es nicht mehr aushält. Schließlich schaffen wir es loszufahren und fahren durch die ruhigen und sonnigen Gewässer vor Koror. Mit uns an Bord: 3 Deutsche, 2 Franzosen, 2 Israelis und 1 Chinese. Unser Tauch-Guide ist Hiro aus Japan, der eine Zeit lang auch in Wien gelebt hat und Leoben kennt. Er spricht ein paar Worte Deutsch und schwärmt vom Morillon aus der Südsteiermark.

Als wir den Schutz des Hafens verlassen, macht sich starker Wind bemerkbar, aber es gibt keine allzu großen Wellen, also ist das ganze weiter nicht schlimm. Nach ca. 25 Fahrt sehen wir links von uns ein Regenfront, in der eine Insel nach der anderen verschwindet. Obwohl wir vom Tauchspot noch eine halbe Stunde entfernt sind, zieht sich Hiro unser Guide sehr flott seinen Neoprenanzug an. Während wir noch rästeln wieso, beginnt es zu regnen. Und binnen Sekunden wird aus dem Regen eine Sturzflut. Man kann die Augen nicht mehr offen halten und muss sich zum Atmen gegen die Fahrtrichtung drehen. Jetzt versuchen auch wir unsere Anzüge hinaufzubekommen und verstecken und hinter den Bänken, weil die Regentropfen durch den Fahrtwind auf der Haut richtig brennen. Außerdem wird einem schnell kalt. Die Israelin hat keinen langen Neopren dabei und friert erbärmlich.

Es regnet durchgehend, bis wir am ersten Tauchplatz für diesen Tag ankommen - der "Ngemelis Coral Garden". Trotz des schlechten Wetters wird es ein wunderschöner Tauchgang bei ausgezeichneter Sicht unter Wasser. Wir sehen viele schöne Korallen und Fische, eine Schildkröte und einige Riesenmuscheln.

Am Ende des Tauchgangs haben wir beide Probleme mit Auftrieb, weil dir Luft aus den Jackets nicht richtig rausbekommen und daher gegen den starken Auftrieb durch die leerer werdende Druckflasche ankämpfen müssen. David bekommt Hilfe von Hiro, dann passt wieder alles. Ariane steigt am Schluss ohne den üblichen 3-Minuten Stopp auf, weil je weiter man nach oben kommt wird der Auftrieb noch stärker, da sich die komprimierte Luft im Anzug ausdehnt. Aber da wir am Ende des Tauchgangs schon in recht flachem Wasser waren ist es nicht so tragisch. Die tiefste Stelle war bei 20,2 Metern und wir sind 49 Minuten unter Wasser.
Es folgt wieder die oblgatorische Pause nach dem Tauchgang, die wir für das Mittagessen am Boot bei jetzt wieder schönem Wetter nutzen. Dabei wird diskutiert, welcher Tauchplatz als nächster angefahren werden soll. Nachdem am Vortag die meisten keine Mantas gesehen haben, fällt die Wahl wieder auf die "Manta Cleaning Station" am "German Channel". Und heute klappt es wie geplant. Ein sehr großer Manta taucht auf und zieht zwei majestätische Runden um die Putzstation. Seine rießige Spannweite ist absolut beeindruckend. Die Reflexionen im Foto entstehen, wenn das Blitzlicht am vielen Plankton, den es dort gibt, gebrochen wird.
Nachdem wir am Vorabend den Grouper verkostet haben, entdecken wir heute verschiedene Arten unter Wasser (unten links der "Coral Grouper" und unten rechts ein "Greasy Grouper"). Wir tauchen 43 Minuten bei maximal 21,4 Metern Tiefe.

Bei der Weiterfahrt stoppen wir an einem großen Ausflugsschiff der Tauchbasis, um von dort Müll zurück zum Hafen mitzunehmen (in der Früh halten wir immer um Wasser und Verpflegung vorbeizubringen). Unser Skipper bekommt dort immer eine Essensration und frische Betelpaste (viele Einheimische kauen die ganze Zeit und haben davon sehr unschöne Zähne bekommen).
Ariane betätigt sich in der Wartezeit als "Haiausguck" und entdeckt mehrere Haie, die gerade irgend etwas fressen in weniger als 20 Metern Entfernung. Auf Palau sieht man vor allem deswegen so viele Haie, weil schon vor einiger Zeit ein Schutzgebiet für sie eingerichtet wurde und sich die Bestände gut erholt haben. Man gewöhnt sich recht schnell daran dort ins Meer zu springen, wo man unmittelbar zuvor noch Haie gesehen hat, wenn man sie schon ein paar Mal beim Tauchen beobachtet hat.
Wenig später sind wir am Weg zur Insel Eil Malk, wo wir im Jellyfisch Lake schnorcheln wollen. Wieder fahren wir durch eine absolut beeindruckende Landschaft.

Von der Anlegestelle müssen wir ca. 10 Minuten steile Stufen rauf- und wieder runterklettern, bis wir am See im Inneren der Insel ankommen. Dort fallen zuerst einmal gleich die vielen lärmenden Asiaten auf. Wir müssen uns Schwimmwesten anziehen (damit wir nicht tauchen können, weil es in ca. 16 Metern Tiefe eine giftige Sprungschicht aus Schwefelbakterien gibt) und schwimmen dann in Richtung des hinteren Endes des Sees.
Dabei sieht man immer mehr Quallen (die gleiche Art gibt es im Meer auch - im See produzieren sie aber kein Nesselgift und leben von Photosynthese), bis man schließlich völlig von ihnen umgeben ist. Nachdem die meisten Asiaten verschwunden sind, erlaubt uns unser Guide die Schwimmwesten auszuziehen und wir dürfen von außen unter in die Quallen hineintauchen und dann in ihnen auftauchen - ein beeindruckendes Erlebnis, auch wenn man dann ganz außer Atem ist.
Auch die Lebewesen um Ufer des Sees, die dort unter Wasser an den Wurzeln der Bäume leben, sind erstaunlich - bizarr und schön zugleich.

Auf der Rückfahrt holen wir ein deutsches Paar an einem Strand ab. Die beiden waren zuvor 9 Tage mit dem Kajak zwischen den Inseln unterwegs. Zurück im Hafen beginnt sie sich im Waschbecken des WCs die Haare zu waschen. Inzwischen kommen wir mit ihm ins Gespräch und er erzählt, dass sie gerade auf einer Weltreise sind, die 2 Jahre dauern soll und dass sie schon mehrmals so lange unterwegs waren. Zuletzt haben sie in Wien gearbeitet um die Reise zu finanzieren, wobei sie keinerlei Ansprüche stellen (ihr Gepäck hat in zwei Rucksäcken platz). Er erzählt aber, dass ihnen Palau trotz allem ein Loch ins Budget gerissen hat und dass sie jetzt für drei Monate nach Indien gehen, um das wieder auszubügeln.
Bei uns wird Palau auch immer mehr zum Budgetkiller. Weil es so schön war, haben wir uns für morgen auch wieder zum Tauchen angemeldet (3 Tauchgänge an einem Tag entspricht für uns beide ca. 460 USD ohne das Permit und Trinkgelder).
Am Ende des Tages lassen wir uns noch zum Essen abholen. Heute ist ein Lokal namens "Little Italy" an der Reihe. Zu unserer Überraschung gibt es wirklich gutes italienisches Essen zu einem angemessenen Preis (Carpaccio vom Thun, Fischsuppe, Fischspasta und gegrillter Papageienfisch).


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